Geschrieben von Miesling News
Erschienen bei: OPOS-Records
Für euren treuen Freund und Erzähler war Storm auf Mind bisher unbekannt. Ihre Debüt Scheibe „Unbelehrbar Patriotisch“ brachten sie bereits 2011 heraus, was an mir völlig vorbei gegangen ist.
15 Jahre später gibt es ein Lebenszeichen in Form des Silberlings „Sturm des Geistes“, was zugleich die Deutsche Übersetzung des Bandnamens ist.
In der Zwischenzeit waren die Musikanten allerdings nicht untätig, denn sie sind maßgeblich u.a. bei Neubeginn oder Sick Society tätig. Zumindest sind das die Kombos, welche mir etwas sagen.
Interessant zu Wissen ist die Tatsache das, der Schreihals von Storm of Mind, gelernter Schlagzeuger ist und sich in anderen Bands auch in dieser Funktion verdingt.
Sozusagen ein „Phil Collins des Rechtsrock“.
Auch die Tatsache, das die Herren sich in einem Ü-Raum treffen und ihre Musik zusammen Proben und Einspielen, ist heute (leider) einer Erwähnung wert.
Die Lichtscheibe ist im Jewelcase erschienen. Auf dem Cover sehen wir eine Hinrichtung auf dem Elektrischen Stuhl. Bezeichnenderweise auf dem Backcover das ganze von hinten.
Das Beiheft mit 12 Seiten ist wie das Gesamte Erscheinungsbild vermutlich mit KI erstellt worden. Woran man sich (leider) inzwischen fast gewöhnt. Dabei aber nicht schlecht erscheint.
Positiv hervorzuheben ist die Leserlichkeit der Abgedruckten Texte.
Geboten werden 10 Lieder, die eine Spielzeit von satten 47.45 Minuten haben.
Auch wenn das Label in seinem Werbetext von einem „modernen, härteren RAC“ spricht, möchte ich den Stil mit meinen zarten Öhrchen eher in den Bereich Metal, Metalcore, etc. verorten.
Aber was weiß ich schon von Musik, ich schreibe nur darüber und gröle selbst manchmal in ein überteuertes Mikro.
Überhaupt ist es immer sehr interessant, wie die Wahrnehmung des Hörer und der Musikanten diesbezüglich, manchmal auseinander gehen. Mir geht es zumindest gelegentlich so.
Also ran an den Abtaster und die Nachbarn ärgern.
Mit dem Titellied „Sturm des Geistes“ beginnt der Reigen, welcher die Ohren mal richtig durchpustet. Man meldet sich mit klaren und verständlichen Worten zurück: „Wie ein Phönix aus der Asche steigen wir auf. Der Sturm des Geistes zieht wieder auf“.
Nicht nur textlich, auch gesanglich ist der Gesang immer gut zu verstehen. Kein Shouten oder Screamen, wie es genannt wird. Für mich ein Pluspunkt.
Mal Gesellschaftskritisch wie in „Mach dich frei“ oder „Poser“, welches auch als Szenekritik wahrgenommen werden kann. Mal mit Bezug zu unserem Arteigenen Glauben wie in „Yggdrasil“, mal sehr persönlich wie in „Gestern, Heute, Morgen“, scheppert die Doublebass rasend und die Gitarren mit harten Riffs durch die Boxen. Wobei es dennoch irgendwie Melodisch bleibt. Tempowechsel gibt es ebenfalls, so das man immer wieder neugierig ist, wie sich der jeweilige Titel entwickelt.
Neben den 8 eigenen Werken, werden auch zwei Cover zum Besten gegeben.
Zum einen „Machines“ von Shutdown, was mir ehrlicherweise überhaupt nichts sagt, und ich deshalb auch nicht bewerten kann.
Last but not least, zum Ausklang der CD, gibt es mit „The Rain will come again“ von Rahowa auf die Ohren! Und dieses Cover ist so dermaßen in jeglicher Hinsicht gelungen, dass es bei einer „Blindverkostung“, (ungeübter Ohren) sicherlich einige Punkte einheimsen könnte, wenn man fragt: „Welches ist das Original?“. Um nicht das erwähnte Original aus dem Regal zu friemeln, habe ich das Lied spontan mehrfach gehört. Also als Rahowa Cover Band, könnten sich die Jungs durchaus einen Kleinwagen nebenher verdienen, die Säle wären garantiert voll. Und ich mit dabei!
Keine Musik für meinen Alltag, aber abundzu auch für mich hörenswert. Außerdem gibt es über die Fähigkeiten der Musiker, keine zwei Meinungen. Die sind Top!
