Geschrieben von Miesling News
Erschienen bei: Germania Versand
Doppelmoralisten und Nipster brauchen jetzt übrigens nicht mehr weiterlesen, denn es geht um Musik aus dem Leben, mit Freude. Ergo: Lebensfreude (und Stolz).
Band Salat (wichtig ist die Worttrennung!) ist inspiriert vom Sound der 1980 / 90 und dem „Way of Life“, der bis heute nicht Tot zu kriegen ist.
Aber fangen wir mal mit der Optik an:
Die Jewelcase ist bewusst schlicht und im Stil der 1990 gehalten. Auf Weißen Grund ist eine Kassette mit der Beschriftung Band Salat und dem Albumtitel „Doitschland“ abgebildet. Drumherum Stacheldraht. Im 16 Seiten Beiheft bleibt man ebenso schlicht, aber leserlich, wenn man die Texte nachlesen will.
Für die auf 500 Stück limitierte Erstauflage gibt es auch noch einen Pappschuber, der das „Doitschland Tape“ in einer Anlage zeigt.
Eine Runde und stimmige Aufmachung, wie euer treuer Freund und Erzähler meint.
Wenn wir nun den Silberling in den Abtaster werfen, werden in einer Spielzeit von 34.47 Minuten, ganze 14 Tracks geboten. Wenn wir Intro und Outro abziehen, verbleiben 12 Stimmungshits.
Schon im Intro vernimmt man eine fetzige Gitarre und es geht flott zur Sache. So flott und melodisch bleibt es auch. Modernen Oi! würde ich die Spielart nennen. Da steckt können hinter. Auch stimmlich geben die Schreihälse (2 an der Zahl) alles, ohne ins grölen zu verfallen. Wie man im Beiheft nachlesen kann, hat man sich an glorreichen Namen, wie u.a. Endstufe, Freikorps, Triebtäter, Rabauken, Daily Terror, Sturmtrupp und sogar Die wahre Pracht orientiert. Na, und da weiß man, was man hat! (Wer kennt noch diesen Werbespruch?)
Mit „Oitastisch“ gehen wir dann auch direkt in die Vollen der Haarlosen und Stiefelträger.
Freunde des Hopfenblütentee, da wippt der beschuhte Fuß aber schon ganz kräftig und alte Bilder erscheinen vor dem geistigen Auge.
Inhaltlich wird sofort klargemacht „Wir reden Klartext, machen keine Show, benehmen uns daneben – einfach so“. Keine Texte von Schiller, keine „Anschlußfähigkeit“, das Leben wird in all seinen Facetten besungen. Und das ist Rau, hat aber auch seine feuchten Momente.
„Mir Stinken die Linken“ ist einer der Texte, der verdeutlicht wo man Weltanschaulich steht, und geht ebenfalls voll ab. Überhaupt verliert man bei keinem Lied, bei keinem Text, die Gute Laune.
Allerspätestens nach „Leberzirrhose“ ist der Durst auch beim Hörer angekommen, und man will sich unweigerlich ein Kaltgetränk zur Hand nehmen. Was man auch machen sollte, trinken ist wichtig!
Mit „Bandsalat“ (hier zusammen geschrieben) beschreibt sich die Kombo selbst: „Auf den Punkt und immer unbequem, Bandsalat – gegen das System“.
„Keine Zecke“ ist nachvollziehbar und „Leckt mich am Arsch“ geht an den Bunzelbürger dieser Republik.
„Wir sind Doitsch“ und „Wir stehen hier“ impliziert stark zu bleiben, trotz Dreck und Rückschlägen.
„OI OI Feiern“ ist so derbe und doch so lustig, das es als Partyhymne voll tauglich ist, sofern man schon eine Buddel Lockstedter geleert hat.
Das Wörter wie „Doitschland“ mit OI auf Cover und im Beiheft geschrieben werden, verstärkt den Retro Charakter dieses Silberlings. Und doch ist das alles von heute und macht sicherlich auch jungen Stiefelträgern viel Freude in ihrer Lebenswirklichkeit.
Entdeckt unbedingt die gesamte Scheibe und feiert sie, wie wir trotz allem das Leben feiern wollen und müssen.
Die Erstauflage ist inzwischen ausverkauft, wie man hört. Aber vielleicht findet ihr beim Händler eures Vertrauens noch ein Exemplar mit Pappschuber. Aber keine Angst, eine Neuauflage ist unterwegs, allerdings ohne Schuber!
Aus der Zitadelle ein kräftiges Oi! und Möh! Kaufpflicht!
