Geschrieben von Miesling News
Erschienen bei: Rebel-Records
Freunde des gezapften Bock-Bier: man soll es ja nicht für möglich halten, aber Frontfeuer (warum eigentlich nicht mit oi geschrieben?) haben nach 10 Jahren ihr neues und somit drittes Vollalbum über Dr. Rebel auf den Markt der Gegenkultur geworfen.
Und was soll euer treuer Freund und Erzähler sagen... es weiß in der Zitadelle zu gefallen.
Fangen wir, wie immer, mit der Aufmachung an:
Erschienen ist der Silberling im Jewelcase. Das Frontcover zeigt einen trotzigen Mann, der von Dolchen (in der Dämmerung) bedroht wird. Halt „Unbeugsam“ wie der Album Titel uns schon verraten hat. Und dies auf die Kapelle bezogen, seit 20 Jahren!
Das 16 Seiten Beiheft ist sehr professionell gestaltet, wir bleiben zwar in einem grauen „Schwarz und Weiß“, aber die Kontraste sind sehr gut. Was auch auf die zumeist leserliche Schrift der Texte zutrifft. Zwar sind sie manchmal sehr klein (meist ob der Textmenge), und / oder in verschiedenen Schriftarten und Größen gedruckt, aber da habe ich in den letzten Monaten und Jahren schon schlimmeres gesehen. Von daher bin ich froh, hier einmal loben zu dürfen. Unironisch!
Im Inlay gibt es einen Sinnspruch und auf dem Backcover die Setliste.
Wenn wir die Lichtscheibe in den Abtaster legen, erwarten uns 50.28 Minuten an Spielzeit. Welche auf 12 Lieder verteilt sind.
Auch wenn das erste Lied „Jetzt erst Recht, Hepp! Hepp!“ mit 1.37 Minuten recht kurz anmutet, ist es von hier aus nicht als „Intro“ zu werten. Sondern ganz klar als Vollständiges Lied, mit dem Text und dem Aufbau dessen. Von mir aus können wir es ein „Amuse-Bouche“ nennen.
Im typischen Deutschen Rechtsrock Sound geht es in den folgenden Titeln weiter. Die Schießbude ist sehr präsent, die Gitarren heulen wie der Sturmwind, und die Dreckig, rotzige, Stimme des Schreihals, passt einwandfrei zur Melodei. Da die Tanzkapelle aus Beeskow / Brandenburg stammt, und somit auch nur 70 Km von Berlin entfernt ist, wundert es auch nicht, dass die Stimme eine Klangfarbe hat, die zumeist Schreihälsen aus dem Reichshauptdorf und drumherum, zu eigen scheint. So mein Gefühl aus den letzten Jahrzehnten.
Das man mit so einer Stimme, die Texte besonders sarkastisch, ironisch, lustig, aber auch durchaus Ernsthaft herüber bringen kann, trifft die Ausdrucksweise, welche auch vom Autor bevorzugt wird.
Ernsthaft wird es insbesondere bei den Titeln „“Wir schreien es laut“, über die Deutschen Ostgebiete:
„Das Land, egal wer’s jetzt Besetzt, Germanisch und nicht Slawisch ist"!
Und z.B. bei „Auf Biegen und Brechen“, welches vom Kampf der Deutschen Jugend am Ende des letzten Völkerringen berichtet. Der Text trifft mitten ins Herz.
Aber auch Stücke des frohen Mutes lassen den Hörer beim wippen des Fußes etwas Schmunzeln.
Ob „Neue Hymnen“, oder „20 Jahre Frontfeuer“, sind gelungene Werke der Lebensfreude.
Wobei mich die Textzeile bei Letzt genannten Titel „Auf die nächsten 10 Jahre Rock fürs Reich“, doch etwas irritiert. Wird da schon ein Ende bis 2036 angekündigt?
Mit „Revolution“ wurde ein Titel recycelt / neu eingespielt, der bereits 2014 auf dem Sampler „Berlin Brandenburg III“ vertreten war.
Nun, warum auch nicht, nicht jeder wird das aufmunternde Lied kennen oder gar den Sampler besitzen.
„Ick findsch jut!“
Mit dem Gastgesang eines älteren Herrn aus dem Reichshauptdorf, wurde der KDF Klassiker
„Die letzten im Lokal“ Lebensecht in Szene gesetzt, und dürfte auf so mancher Party für Stimmung sorgen.
Da bin ich mir zu 88% sicher!
Zum Guten und besinnlichen Abschluss wird, zusammen mit der Stimme von Volkstroi (da haben wir ja endlich das oi!), „Für Freunde – Unvergessen“ zum Besten gegeben.
Wer sich die Lichtscheibe zulegt, macht definitiv nichts verkehrt.
Aus der Zitadelle gibt es hiermit eine Kaufempfehlung!
