CD Rezension: Pfalzfront - Tradition bewahren (2024)

 

Erschienen bei: Frontmusik/GKS33

Geschrieben von Miesling News

Liebe Freunde der Weißweinschorle, hier kommt eine Lichtscheibe aus eurer Region, für eure Region. Aber auch für die Groupies von Konteradmiral Wiesel und seinem „Rumpelrock“ geeignet.

Das Jewelcase ist in einem Beige/Grauen Farbton gehalten. Auf dem Cover ein Wehrmachtssoldat, der vor einem begehbaren Weinfass die Wacht hält. Das Beiheft hat 16 Seiten in dem selben Farbton. Die einzelnen Seiten sind mit Text konformen Bildern als „Wasserzeichen“ hinter den Zeilen der 11 Lieder hinterlegt. Dank und Gruß gibt es auch noch. Dem Text hätte man mehr Kontrast geben können, oder besser Schwarze als Weiße Textfarbe geben. Aber es ist noch leserlich.

Wie der geneigte Leser bereits an den Anfangszeilen erahnen mag, ist an dieser Scheibe der Workaholic Wiesel wieder maßgeblich beteiligt.

Als Schreihals betätigt sich der „Betzebub“, welcher auch den Anstoß (kleines Wortspiel) zu diesem Projekt gab.

Musik und Arrangement stammen von Wiesel. Auch bei den Texten vom Betzebub gab der fleißige Rumpelrocker wohl einige Tipps.

Tatsächlich muß man schon das Beiheft unter „Dank und Gruß“ gelesen haben, um zu erkennen, dass Wiesel hier nicht selbst singt. Außer bei dem Stück „Rumpelrock“. Die Stimmfarbe ist für euren treuen Freund und Erzähler die selbe.

Das Titellied „Tradition bewahren“ eröffnet den Reigen mit einem schönen Tondokument eines Zeitzeugen. Mit „ISD“ wird dem größten Musiker und Aktivisten des RAC gehuldigt. Leider passen Stimme und Musik da nicht zusammen. Sehr bedauerlich…

Allgemein gibt es in den Texten starken Lokalkolorit aus der Pfalz, mit viel „3. Halbzeit“ Bezug.

Neben „Der Metzger aus der Pfalz“, Die Schlacht vom Bieberer Berg“, „Blocksberg“ oder „Ivan der Schreckliche“ geht es hauptsächlich um die Szene von Skins und Hools aus K-Town, Mannheim und Ludwigshafen.

Interessant fand ich die Tatsache, das der Betzebub als bekennender K-Town Anhänger ein Lied (Die Schlacht vom Bieberer Berg) für die Ackerburschen von Waldhof Mannheim geschrieben hat. Das wäre ungefähr so, als wenn einer aus „Hanoi“ für „Peine-Ost“ eine Huldigung dichtet, oder ein Hamburger für Bremen. Dies zur Einordnung für jene, die mit Fußball nicht so viel am Hut haben.

Mit dem Lied „Rumpelrock“ geht Wiesel Höchstpersönlich auf den (inzwischen offiziell beigelegten) Zwist mit einem Rezensionen Schreiber in der Musikmafia ein. Dem Autor wurde versichert, dass die Aufnahme schon im Kasten war, bevor das Thema (Welches völlig an mir vorbei gegangen ist, weil: „Nicht mein Zirkus-Nicht meine Affen“) begraben wurde. Tatsächlich glaubte ich unironisch, das der Begriff „Rumpelrock“ eine ironische, freundliche, Selbstbeschreibung des eigenen Musikstil ist. Nun ja, Spitznamen denkt man sich ja auch nicht selbst aus, man bekommt sie von anderen. Gell?

Das Cover von Störalarm „Störalarm“ empfinde ich als verstörend… Aber es wurde versichert, dass dieses Lied wirklich so gesungen wurde. Und das Störalarm eine regional sehr bekannte Band aus der Jahrtausendwende war. Man muss also wohl wirklich Weintrinker (in größeren Mengen) sein, wenn man das mag. Aber „The Klotz“ fanden wir in den 1990 auch witzig.

Meiner Meinung nach ist das Letzte Lied das Beste auf dem Silberling. Es handelt sich um das Cover „Mein Volk“ von Stahlgewitter.

Hier passt die Stimme völlig rein, weil seit Gigi ja auch alle wie Gigi klingen wollen.

Auch wenn der musikalische Stil von Wiesel nicht jedem seines ist, so zeigt er hier sein spielerisches können. Dieses Cover kann also auf der nächsten Party gerne gespielt werden.

Alles in allem eine neue Wiesel Produktion mit neuem Sänger und ganz viel Lokalpatriotismus.

Wie man munkeln hörte, soll bereits an neuem Material gearbeitet werden. Da diese CD im Südwesten wohl ganz gut läuft.

Für Freunde des „Rumpelrock“ und Pfälzer Lokalpatrioten also eine Empfehlung.