CD Rezension: Volkston - Deutschland muss leben (2025)

 

Erschienen bei: Oldschool-Records

Geschrieben von Miesling News

Und noch ein mal: „Knüppel-Oktober“ 2025. 

Diesmal: Volkston mit „Deutschland muss leben“.

Das Musikprojekt eines begabten Musikers und einem genialen Texte-Schreiber, kann man durchaus in der Metal Ecke verorten, hat aber auch leichte Einschläge von Hardcore.

So zumindest die Definition eures treuen Freund und Erzählers.

Das Jewelcase kommt auf Cover und im 12 Seiten Beiheft grau in grau rüber.

Auf dem Cover ist ein Landser abgebildet, der seinem Feld-Grammophon lauscht. Als Wasserzeichen sind hinter den gut Lesbaren Texten Musikzüge der Wehrmacht hinterlegt. Bei diesen Melodien und Texten hätte ich mir allerdings etwas moderneres, revolutionäres, gewünscht als die 888 Lichtscheibe mit Landsern als Bebilderung. Dafür ist das Papier bei Vorderseite und Rückseite etwas dicker und auch innen etwas „rauer“und haptischer. Das wiederum gefällt in der Zitadelle sehr.

Wenn wir nun zum Abtastgerät schreiten bekommen wir in ca. 44 Minuten Spielzeit, 11 Lieder geboten. Und die gehen ordentlich nach vorne.

Dominant ist hier insbesondere die Gitarre. Hier werden Solos durchgeknallt, die so mancher Metal-Band Ehre machen würde. Durch den sehr guten Klargesang bekommen wir eine Symbiose die einen nicht abschreckt, wenn man eher ein Freund von Oi! und RAC ist.

Mit den Texten haut man dem System, der Gesellschaft, aber auch der Szene, die Wirklichkeit um die Ohren.

Direkt mit dem ersten Lied „Der Feind“ und dem Einspieler aus einem bekannten Film, weiß der geneigte Hörer woran er ist. Inhaltlich werden hier keine Gefangenen macht.

Besonders gefallen mir z.B. „Feiglinge“ und „Konsument“, was die Szenekritik betrifft!

Die Maulhelden, Wochenendkrieger und Tastaturdissidenten bekommen hier richtig einen eingeschenkt. Und ich wette, der Anwalt des Vertrauens hat hier sicherlich noch einiges entschärft. Wie vermutlich auf dem gesamten Silberling. Textzeilen wie „Feiges Gerede von Fotzen, die nie mit ihrem Arsch einstehen und trotzdem Klandestin auf Nationale Partys gehen“, oder „Du bist ein Konsument - Nichts anderes als ein Schaf der BRD. Ein Feiersüchtiger Konzertgänger, der auf unsere Partys geht. Du beschwörst Wut auf die Kanaken, die du so sehr hasst. Hast du je ein Buch gelesen oder etwas politisches gemacht?“.

Bei solchen Aussagen wird mein kleines, braunes, kahlgeschorenes Herz, zu einem saftigen Steak!

Ich erinnere mich auf einem großen Konzert in Mitteldeutschland dem Publikum, welches in die tausende ging, so ziemlich das selbe gesagt zu haben. Sie applaudierten, riefen "endlich sagt es mal einer"... und machten weiter wie bisher.

Das Titellied „Deutschland Muss Leben“ ruft natürlich zum Kampfe für das Eigene. Bemerkenswert finde ich den Satz „Deutschland muss Leben, damit wir sterben können“.

Versteht vermutlich auch nicht jeder.

„Kapitalismus küsst die neue Linke“ oder „Sie lassen sich Kaufen“, ist der politischen Wirklichkeit in der real existierenden BRD entsprungen.

„Nicht Knien“ oder „Meine Stadt“ prangert die Gesellschaft an. Wobei für mich die „Gesellschaft“ inzwischen als Synonym für feige und dumm steht.

Wenn es dort draußen Leute gibt die meinen, dass harte Zeiten auch harte Töne und Texte benötigen, der dürfte bei dieser Lichtscheibe gut aufgehoben sein.

Aus meiner persönlichen Warte heraus ist diese CD zwar auch keine Alltagsmusik für mich, aber wenn ich mal Bock auf Motivation und Klartext habe, wird sie auf jedenfall wieder ihre Runden in meinem Abtastgerät drehen.

Ob es von Volkston eine Fortsetzung geben wird? Bin gespannt ob ich neugierig bin.