Geschrieben von Miesling News
Erschienen bei: PC-Records
Endlich wieder Radau aus „Glatzen-Anhalt“! Und damit sich das auch vernünftig anhören lässt, zieht euer treuer Freund und Erzähler gleich seine „… Stiefel endlich an“!
Bei Stahlkappenglanz scheint sich ein 2 Jahres Rhythmus einzupendeln. Demo 2022, Debüt CD 2024, und nun die neue Lichtscheibe 2026. Ein guter Rhythmus, wo ich einfach mit uns.
Deshalb habe ich dem Schreihals auch mein Kleingeld aufgedrängelt, damit ich hier über den Silberling meine Belanglosigkeiten ablassen kann. Dafür bekam ich auch den PIN, welcher den ersten Exemplaren beilag, und eine Widmung in schönster Schönschrift.
Das Jewelcase hat eine absolut passende Aufmachung. Schwarz – Weiß – Grau, würde ich es definieren. Auf dem Frontcover ein Skin, von dem man aber nur den Hals im zugeknöpften
Button-Down Hemd sieht. Mit dem bereits erwähnten PIN am Kragen.
Auf dem Backcover steht neben der Setliste eine Stolze Skingirl Mama mit ihren Kindern.
Ganz allerliebst!
Das Beiheft selbst hat mit fast schon „Kartonartigen“ Papier, satte 16 Seiten. Die Texte sind im Schreibmaschinen Typ abgedruckt und drumherum gibt es passende Bilder. Herrlich, die ’90 haben angerufen, auf Festnetz! Und doch, ist alles von heute. Ich liebe es!
Möchte dem Grafiker an dieser Stelle meine Hochachtung aussprechen.
Bevor wir nun den Abtaster anwerfen schnell ein Dosenbier besorgt, damit wir die 10 Lieder mit einer Spielzeit von 46.50 Minuten, auch zünftig zelebrieren können.
„Es geht wieder los“ schreit es aus den Boxen, und der „Hau drauf Skinhead Rock“ einer besseren Zeit scheppert durch die Zitadelle.
Es folgt „Zieh die Stiefel endlich an“, was ja auch der Name des Album ist. Nicht nur meinereiner fühlt sich sofort an Gerbenok und einem ähnlich klingenden Titel erinnert. Hat aber musikalisch und inhaltlich nichts mit einander zu schaffen. Singen die einen von Szene, singen die Stiefelträger aus „Glatzen-Anhalt“ von Widerstand und „in Ärsche treten“. Hätten wir das also auch geklärt.
„Nazi-Rock“ ist ein ganz besonderes Schmankerl im dargebotenen Reigen. Für mich DIE Hymne auf der CD: „Im Geist von Ian Stuart, echter Idealismus. Für die Freiheit und das Volk, Rock gegen Kommunismus“. Und als Sahnehäubchen gibt sich auch Uwocaust, mit einem Gastgesang, die Ehre.
Goiler Scheiß!
Diesmal gibt es sogar einen Titel in Englischer Sprache, der sich sogar gut anhört. Was bei Deutschen Kombos oft nicht der Fall ist: „Never Surrender“. Erinnert mich etwas an Vengeance mit „Forward into War“, wenn das noch jemand kennt.
Lokalpatriotismus darf, naturgemäß, nicht fehlen. Und so ist der Titel „Das Land meiner Ahnen“ nur nymphoman… äh, zwangsläufig.
„Du hast die Wahl!“ geht inhaltlich Tief, und wird sogar dezent von einem Klavier begleitet.
Bei „Eines Tages wird es enden“, erfreut uns eine liebliche Frauenstimme, bevor der Schreihals selbst es zu Ende bringt.
Ich muss zugeben, das ich mich in vielen Texten wiedergefunden habe. Der Sound ist der unverfälschte „Way of Life“ wie er in der Goldenen Ära der Skins in Deutschland beliebt war, und heute wohl wieder ist. Das Gesamtwerk holt mich einfach ab. Rau, unverfälscht, mit Klartext.
Ich freue mich schon darauf, in 2 Jahren (reicht vollkommen!) wieder einen Silberling aus „Glatzen-Anhalt“ zu ergattern. Bis dahin wird man Stahlkappenglanz sicher auf einer der Bühnen antreffen, die doch die Welt bedeuten sollen.
