Geschrieben von Miesling News
Erschienen bei: FK-Produktion
Oi! und Skinheadrock sind nicht kaputt zu bekommen, das beweißt die Lichtscheibe der Backstreet Maniacs!
Auch wenn man(n) weiß, hier verwirklicht sich ein Mitglied von Skinfront selbst, so darf und muss man(n) den Silberling getrennt von diesem Wissen betrachten.
Feindkontakt-Produktion entwickelt sich als Hort von Kleinoden, welche nicht in den „Mainstream-Rechtsrock“ passen. Und mit dem vorliegenden Mach(t)werk, wurde dies mal wieder bestätigt.
Vorliegend ist das Digipac, welches auf 500 Stück limitiert wurde. Euer treuer Freund und Erzähler hat die Nr. 63/500 bekommen.
Desweiteren gibt es auch ein Jewelcase, vermutlich in Millionen Auflage.
Bemerkenswert finde ich noch die Liebe zum Detail, da alle Digipac (so steht es in der Labelbeschreibung: „Digipac“) von Hand in Folie gepackt wurden und mit einem kleinen FK-Produktion Aufkleber verschlossen wurden. Herzallerliebst!
Die Aufmachung ist schlicht, aber nicht arm. Grau ist die Farbe, die sich komplett durchzieht.
Auf dem Cover der „Crucified Skin“, darüber der Projekt / Band Name, darunter der Titel des Album.
Im Beiheft mit 12 Seiten findet man die Texte der 9 eigenen Lieder. Bei den 4 Cover: Ursprung, Interpretation und beteiligte Musikanten.
Und das Ganze so abgedruckt, das es sogar ohne Brille leserlich wäre.
Warum man die insgesamt 13 Titel in Smart, Hard und Bonus in der Setliste auf dem Backcover aufgeteilt hat, erschließt sich mir nicht ganz, aber andererseits ist mir das auch wumpe.
Der Hörer bekommt 40.30 Minuten feinsten Oi!, der bis auf 2 Cover, in Deutscher Zunge daherkommt.
Die goile rotzige Stimme, klingt wie extra dafür angetrunken, zu dem (ich möchte schon fast ursprünglichen Klängen sagen) Rhythmus. Der durchaus ein gewisses „Sing-a-Long“ Gefühl vermittelt. Also kein „Hau-drauf-Skinrock“, aber mit einer Spitzen Zunge, aus dem Leben von Gesellschaft und vor allem Szene. Das sind nicht die ’90, das sind die späten 1970 / 80 Jahre, wenn ich Schlagwerk und Gitarre schrammeln höre. Da kann die Scheibe schon mal vom „5 Uhr Tee“ in eine wilde Orgie übergehen, und man hat immer den richtigen Ton getroffen.
Mit „Way of Life“ wird einigen in Großbuchstaben ins Stammbuch geschrieben, und der Stolz in fetten Blockbuchstaben. Das trifft übrigens auch auf „Bruder vor Luder“ zu. Für dieses Thema ist der Sound schon fast zu fröhlich, aber der Kontrast macht es.
Natürlich darf der „Einzelfall“ und der „Schlachtruf der Tyrannei“ als politisch nicht korrekter Stiefelträger nicht fehlen.
Bei „Bootboys for Life“ wird mein kleines Herz zu einem saftigen Steak… Seufz.
Mit „Der Böse Bürger und „Saufen gehen“ (Darf nicht fehlen!) wird es zwar etwas rauer, aber „Hard“?
Auch das Allseits bekannte „Streetfight“ von Skrewdriver fällt unter diese Einordnung. Dabei ist es es sehr Originalgetreu und leicht schleppend vorgetragen. Wirklich sehr gelungen!
Unter „Bonus“ fallen dann 3 Liedlein mit Gastgesang. „Skinheadgirl“ stammt im Original von Symarip und wird hier mit Hilfe der Stimme von Skindogs vorgetragen.
„Face the Aggression“ (Condemned 84) von Smart Violence unterstützt, und „Warte nur ein Weilchen“ von den „Schusterjungs“. Durch die Band Rabauken, wurde diese alte Volksweise in der Szene doch sehr bekannt.
Ich könnte hier und da noch ordentlich in das Detail gehen, aber wer soll diesen Roman dann lesen?
Absolute Kaufempfehlung aus der Zitadelle!
