Erschienen bei: Das Zeughaus
Geschrieben von Miesling News
Das neue Kampfjahr beginnt wie immer mit Rezensionen von Produktionen aus dem vorangegangenen Jahr.
Freilichfrei hat zum Ende des Jahres noch eine Rock CD heraus gehauen. Das viele Liedermacher auch mal rocken wollen, ist ja hinlänglich bekannt. Sozusagen mal „Dampf“ ablassen.
Schlicht aber recht angenehm kommt das Jewelcase daher.
Auf dem Frontcover sehen wir eine imaginäre Person mit Hut, welcher statt einem Gesicht eine Rauchwolke aus dem Kragen wächst. Darin versteckt sind, mutmaßlich, die Noten / Gitarrengriffe für diverse Lieder dieser Lichtscheibe.
Die Grundfarbe des Beiheftes mit 16 Seiten ist Weiß. Schnickschnack sucht man vergebens. Die Texte der 11 Lieder sind aufgelistet und fertig. Manchmal etwas klein gedruckt, und der Kontrast hätte auch etwas stärker sein können, aber alles in allem ist es leserlich.
Im Inlay, hinter der CD, findet man noch ein mal den Album Titel und dazu eine „Medizinische Handbewegung“. Mit bedacht gewählt, meine ich.
Den Silberling also in das Abtastgerät werfen und sich anzeigen lassen, das wir eine Spielzeit von fast 47 Minuten haben.
Mit einer Ausnahme geht es hier musikalisch flott nach vorne. Markante Riffs und ein erfreulich starkes Schlagwerk geben hier den Ton vor.
Von Rock bis zu Metal tobt sich der Künstler, jenseits vom Barhocker, mal richtig aus.
Zum Glück behält er aber auch in diesem Tempo seine klare und kräftige Stimme bei. So das es sich nicht nur recht „voluminös“ anhört, sondern auch sehr gut verständlich ist. Das alles in der Deutschen Muttersprache gesungen ist, ist da naturgemäß ebenfalls ein Vorteil in den hiesigen Gefilden.
Unterstützung hat sich der Sängerknabe diesmal von den Schreihälsen der Kombos Blitzkrieg und Front 776 gesichert. Und diese auch passend eingebaut oder platziert, wie immer man das nennen möchte.
Textlich ist Freilichfrei sich treu geblieben. Er geht in die Tiefe, zeigt Gefühle, Emotionen. Hau-drauf Texte und Dreizeiler sucht man vergeblich. Der Künstler hat etwas zu sagen, und der härtere Sound lenkt ihn und hoffentlich auch den geneigten Hörer, nicht vom Inhalt ab.
Ob „Eure Freiheit ist nicht unsere“ womit der Reigen beginnt, „Brich mir die Knochen“, „So lange du Atmest“ oder Die Suche“, Texte schreiben kann der Mann!
Auch wenn auf der Lichtscheibe sauber und gekonnt durch gerockt wird, gefällt mir die einzige Rockballade „Lasst mich“ (völlig untypisch für die CD) am Besten.
Schöne sanfte melodiöse Gitarren Soli, ein tragendes Schlagzeug und vor allem mit Klavier Begleitung. SO mag ich meinen Freilichfrei am liebsten.
Mit dem Stück „Aus Liebe“ und dem Bekenntnis zu unserer Heimat entlässt uns der Künstler dann aus diesem Silberling.
Der Künstler hat mal wieder bewiesen das er spielerisch, stimmlich und textlich ganz vorne in der Riege der musikalischen Gegenkultur im Deutschsprachigen Raum mitspielt.
Mit dem Erwerb dieser CD macht man definitiv nichts verkehrt. Auch wenn euer treuer Freund und Erzähler, ebenfalls definitiv, den Liedermacher dem „Rocker“ vorzieht. Aber das ist ja auch nur meine Meinung. Trotzdem läuft die Scheibe jetzt noch ein mal durch.
